Musik hören bei Familie R.

„Ich erinnere mich gut an meinen ersten Besuch bei Felix Klinkenberg in Duisburg-Ruhrort. So hatte ich Musik aus der Konserve noch nie gehört! Dass solch eine Exzellenz und Hingabe an High Fidelity im Hinterhof anzutreffen waren, fand ich damals sehr, sehr faszinierend. Leider waren damals die meisten Geräte für einen Studenten viel zu teuer. So kam es, dass meine damalige Freundin und heutige Frau von ihrem geringen Gehalt als Berufsanfängerin ein Paar DEFINITION-Lautsprecher, einen THORENS und einen modifizierten CYRUS I kaufte; die Eltern, bei denen sie damals noch wohnte, erklärten sie für verrückt. Das Zimmer, in dem die Sachen dann standen, war ein Schlauch von wenigen Quadratmetern. Dennoch war es ein Anfang und diese kleine Kette begleitete uns über Jahre. In unserer ersten gemeinsamen Wohnung waren die akustischen Verhältnisse schon ganz passabel. In jedem Fall hatten wir das erhabene Gefühl, viel besser Musik zu hören als Bekannte, sich schon B&O leisten konnten! 🙂 Geradezu ein Schlüsselerlebnis war viele Jahre später das Wiedersehen mit Felix Klinkenberg in Stolberg; in einer Fabrikhalle hörten wir seine neuesten Entwicklungen, was unsere Begeisterung massiv neu entflammte. So war es wohl Schicksal, dass die große Kette von Herrn H. aus Saarlois, den der Schicksalsschlag eines doppelten Tinnitus ereilte (Echnathon/LeTallec/Kraft 100/ Vorverstärker/Kenwood Tuner) eines Tages zum Verkauf stand, und wir die Chance zum Erwerb hatten. Durch die langen Jahre Hörerfahrung mit guten, aber begrenzten Mitteln, wussten wir den Schritt genau zu würdigen, der uns damit ermöglicht wurde. Der Genuss war lediglich dadurch getrübt, dass die Geräte im noch unfertigen Souterrain unseres Hauses standen und weit unter ihren Möglichkeiten blieben. Je mehr wir erkannten, dass Musik ein wichtiger Teil unseres Lebens war, reifte der Entschluss, dies zu ändern und „Nägel mit Köpfen“ zu machen. Vor zwei Jahren bauten wir dann einen Hörraum, der eine eigene Stromversorgung für die Anlage bereit hält. Die Kabel sind in Kupferrohren und in Quartzsand verlegt, und die Geräte stehen in „Aquarien“ auf zehn Zentimeter dicken Granitplatten, die in Quartzsand „schwimmen“. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, das Potential der Technik auch wirklich in Hörgenuss umzusetzen. Wir haben sehr viel Musik über die Technik entdecken gelernt; heute bedeutet das Hören für uns große Lebensfreude und persönliche Bereicherung.“